Lautstarke Nachhilfestunde für AfD-Nachwuchs

Bericht des Netzwerk gegen Rechts Heilbronn (NgR), zum Versuch der “Jungen Alternative Heilbronn” (JA) mit einer Kundgebung auf dem Friedensplatz in Heilbronn Fuß zu fassen.

Der Versuch des Heilbronner AfD-Nachwuchses „Junge Alternative“ (JA), auf dem Friedensplatz um jugendliche Wählerinnen und Wähler zu werben, wurde für die Rechten am vergangenen Montag zum Flop.

Am Mittag des 12. März 2018 wollte die AfD-Jugend um Organisator Marcel Wolle mittels einer Kundgebung in unmittelbarer Nähe von drei Heilbronner Gymnasien „mit Jugendlichen ins Gespräch kommen“. An der Kundgebung der AfD beteiligten sich allerdings nur zwischen 30 und 40 Personen – darunter zahlreiche baden-württembergische Parteifunktionäre und Parteimitarbeiter. Mit dem AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen und der baden-württembergischen Landtagsabgeordneten Christina Baum hatten die beiden prominentesten angekündigten Redner ihre Teilnahme kurzfristig wieder abgesagt. Abgeschottet von der Polizei wurden die AfD-Anhänger von mehr als 350 Menschen umzingelt, die dem Aufruf unseres Bündnisses gefolgt waren, den rechten Hetzern eine Nachhilfestunde in Sachen Weltoffenheit zu erteilen.

Auch zahlreiche Schülerinnen und Schüler der umliegenden Gymnasien nutzten die Gelegenheit, um sich zu positionieren und der selbsternannten „Alternative für Deutschland“ ihre Meinung zu sagen. Einigen kam dabei wohl ein Beschluss ihrer Schulen entgegen: Sowohl das Theodor-Heuss-Gymnasium, als auch das Mönchseegymnasium und das Robert-Mayer-Gymnasium hatten aufgrund der Kundgebungen vor ihrer Haustüre entschieden, die letzte Unterrichtsstunde und den Nachmittagsunterricht ausfallen zu lassen. Von angeblichen „Sicherheitsbedenken“ ließen sich viele Schülerinnen und Schüler aber nicht einschüchtern und zeigten, dass lautstarker Protest gegen rassistische Hetze zur demokratischen Erziehung dazu gehört.

Die Redebeiträge der Rechten gingen jedenfalls im Lärm der Trillerpfeifen und Sprechchöre völlig unter. Im letzten Eck des Friedensparks blieben sie räumlich und akustisch unter sich. Um es mit den Worten der Lokalzeitung zu sagen: „Nur, wer sich zwischen den Beamten in voller Montur hindurch auf den Weg in Richtung des Anhängers mit der gelben, hochgeschlagenen Plane macht, kann mehr als einzelne Sätze verstehen.“ Auch die Rhein Neckar Zeitungfasste die Situation treffend zusammen: „Die etwa 30 zumeist älteren AfD-Anhänger hatten auch akustische keine Chance, Gehör zu finden.“ So muss das sein!
Trotz dieses kümmerlichen Auftritts versucht die „Junge Alternative Heilbronn“, ihre Veranstaltung als Erfolg zu verkaufen und möchte wieder kommen.

Egal wann und wo das sein wird, auch in Zukunft gilt: Es gibt in Heilbronn keinen Platz für Rassismus!

Trotz rechter Wahlerfolge, Internet-Trolls und brauner Hybris haben wir am Montag gezeigt, dass es in unserer Stadt viele Menschen gibt, die den Rechten nicht das Feld überlassen!

Presse: Heilbronner Stimme 12.03.2018 I | Heilbronner Stimme 12.03.2018 II | SWR 12.03.2018 | WELT 12.03.2018| Stuttgarter Nachrichten 12.03.2018 | Rhein Neckar Zeitung 13.03.2018

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