Aktion für militärfreie Bildung und Forschung

Gemeinsam gegen Krieg und Militarisierung 2012Im Rahmen einer bundesweiten Aktionswoche für militärfreie Bildung und Forschung fanden im September 2012 verschiedene antimilitaristische Aktivitäten in Heilbronn statt, darunter auch eine Kundgebung auf dem Kiliansplatz. Hintergrund ist die verstärkte Präsenz der Bundeswehr an Schulen, Berufsschulen, Universitäten und Arbeitsagenturen.

Bericht des „Arbeitskreis Internationale Solidarität Heilbronn“:

Am Samstag, den 29. September 2012, gab es im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche „Für militärfreie Bildung und Forschung“ verschiedene Aktivitäten in der Heilbronner Innenstadt. Rund 25 Aktivistinnen und Aktivisten und zahlreiche Interessierte beteiligten sich an einer Kundgebung auf dem Kiliansplatz unter dem Motto „Gemeinsam gegen Krieg und Militarisierung“.
Auf mehreren Stellwänden wurden Informationen über den Umbau der Bundeswehr zu einer international agierenden Interventionstruppe, über die BRD als Rüstungsexporteur und über die fortschreitende Militarisierung der Gesellschaft durch die Anwesenheit der Bundeswehr an Schulen, Hochschulen, auf Bildungsmessen und in Arbeitsagenturen präsentiert. Zusätzlich wurden kurze Redebeiträge verlesen und im Umfeld der Kundgebung zahlreiche Flyer verteilt, um auf die Aktion aufmerksam zu machen.

Viele Passantinnen und Passanten nutzen schließlich auch die Möglichkeit,sich am Infotisch mit weiterem Material zum Thema zu versorgen oder mit uns zu diskutieren. Insgesamt gab es großes Interesse von Menschen aller Altersgruppen an unserer rund 3- stündigen Aktion, so dass wir diese als gelungen ansehen.

Am Nachmittag führten einige kreative Antimilitaristinnen und Antimilitaristen außerdem einen kurzen Flashmob in der Fußgängerzone durch. Dabei wurden zunächst Bundeswehrlogos auf den Boden gemalt. Anschließend rückte ein „antimilitaristisches Putzkommando“ an, das die Militärwerbung engagiert entfernte. Ein Transparent mit der Aufschrift „Bundeswehr wegputzen!“ und Flyer informierten die Passantinnen und Passanten über den Hintergrund der Putzaktion, nämlich die Propaganda- und Rekrutierungsoffensive der Bundeswehr in Bildungseinrichtungen.

Nach diesem erfolgreichen Beitrag zur Aktionswoche für eine militärfreie Bildung und Forschung gilt es jetzt, weiter gegen die Präsenz der Bundeswehr in unserer Gesellschaft aktiv zu bleiben und eine antimilitaristische und internationalistische Praxis zu entwickeln.
Am 20. Oktober gibt es dazu bereits die nächste Möglichkeit: Gemeinsam mit vielen anderen werden wir bei der landesweiten antimilitaristischen Demonstration in Stuttgart auf die Straße gehen, es gibt eine Zugfahrt von Heilbronn zur Demo (Treffpunkt 12.40 Uhr Hauptbahnhof).

Für eine starke antimilitaristische Bewegung!


Aufruf:

Die Bundeswehr ist weltweit immer wieder an zahlreichen Kriegseinsätzen beteiligt. Seit dem Angriffskrieg auf Jugoslawien im Jahr 1999 sind alle Hemmungen gefallen und deutsche Soldatinnen und Soldaten verteidigen rund um den Globus die politischen und ökonomischen Interessen der herrschenden Klasse. In Afghanistan war die Bundeswehr seit 2001 führend an Krieg, Zerstörung und Besatzung beteiligt und befreite sich damit von allen geographischen Einschränkungen. Berühmt wurde in diesem Zusammenhang das Motto des damaligen Verteidigungsministers Struck (SPD), nach dem Deutschlands Sicherheit auch am Hindukusch verteidigt werde.

Seitdem wird die Bundeswehr fortwährend von einer „Verteidigungsarmee“ zu einer hocheffizienten und international aktiven Interventionstruppe umgebaut. Während die Gesamtzahl der Soldatinnen und Soldaten reduziert wird, soll die Zahl der für kriegerische Interventionen verfügbaren Kräfte von 7.000 auf 10.000 Personen gesteigert werden.

Die als angebliche „Sparpolitik“ bekannt gewordenen Maßnahmen wie die Schließung von Bundeswehrstandorten oder die Aussetzung der Wehrpflicht sind Teil dieses Umbaus zu einer „Armee im Einsatz“ (Zitat „Weißbuch der Bundeswehr“, Strategiepapier der Bundeswehr 2006).

Um ausreichend Rekruten für die zukünftigen Auslandseinsätze zur Verfügung zu haben, steigert die Bundeswehr ihre Propaganda- und Werbeaktivitäten deutlich.

Zum einen startete die Bundeswehr eine regelrechte Offensive in den Medien und versucht, in Radio, Fernsehen und auf Portalen und in Netzwerken im Internet für junge Menschen attraktiv zu wirken und diese für eine „Karriere“ beim Militär zu gewinnen. Zum anderen etabliert sich die Bundeswehr zunehmend an Schulen, Hochschulen, in Arbeitsagenturen und verschiedenen Bildungseinrichtungen. Dort treten spezielle Berater und Jugendoffiziere auf, um gezielt Jugendliche anzusprechen und letztlich für das Töten von Menschen anzuwerben. Auch in Heilbronn sind Offiziere der Bundeswehr regelmäßig an Schulen und in der Arbeitsagentur unterwegs. Auf der großen Bildungsmesse der IHK in Heilbronn ist die Bundeswehr außerdem jedes Jahr mit einem „Infomobil“ vertreten.

Diese Aktivitäten dienen dazu, junge Menschen, die noch auf der Suche nach einer beruflichen Perspektive sind, für das Militär zu gewinnen. Gleichzeitig soll die Anwesenheit der Armee in der Gesellschaft als normal dargestellt und so Schritt für Schritt die Akzeptanz für die Bundeswehr in der Bevölkerung gesteigert werden. Auch öffentliche Gelöbnisse und Konzerte von Musikabteilungen der Bundeswehr sind Teil dieser fortschreitenden Militarisierung unserer Gesellschaft.

Wir lehnen die deutsche Kriegspolitik und ihre Propaganda und Ressourcensicherung entschieden ab. Die Bundeswehr hat weder in anderen Ländern, noch in unseren Bildungseinrichtungen und öffentlichen Räumen etwas zu suchen.

Es gilt deshalb Widerstand zu organisieren und für eine Welt zu kämpfen, in der Krieg, Militarismus und Unterdrückung der Vergangenheit angehören.

Kundgebung: Samstag 29. September | 11 Uhr Kiliansplatz Heilbronn

Gemeinsam gegen Krieg und Militarisierung!
Hoch die internationale Solidarität!

 

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