Frauenkampftag 2018: Hi(s)story is her Story!

Der 8. März ist Frauenkampftag!

Seit über hundert Jahre nutzen Frauen* weltweit den internationalen Frauenkampftag, um ihre Kämpfe für gesellschaftliche Veränderung und Gleichberechtigung sichtbar zu machen. Ein Blick in die Welt zeigt uns, wie hoch aktuell dieser Kampf um Befreiung auch heute noch ist. Antifeministische Bewegungen befinden sich in Europa auf dem Vormarsch und verschieben den öffentlichen Diskurs nach Rechts. Für viele Frauen* gehören Erfahrungen sexualisierter Gewalt weiterhin zur Lebensrealität, während diese im Alltag meist von einer Täter/Opfer Umkehrung begleitet wird.

Doch wie die Geschichte beweist können wir dem als kämpfende Bewegung etwas entgegensetzen. Gemeinsam gilt es erkämpfte Rechte zu verteidigen und weiter für eine feministische Perspektive einzustehen. Nicht nur am 8.März, sondern 365 Tage im Jahr.

Blick zurück

Dass Frauen* heute wählen dürfen, wurde in Deutschland während der November-Revolution 1918 vor knapp 100 Jahren erkämpft. In der Schweiz dürfen Frauen* das erst seit 1971, wobei im Kanton Appenzell das Frauen*wahlrecht erst 1990 auf Druck des Schweizer Bundesgerichts auf kantonaler und Gemeindeebene nachgezogen wurde.

1949 wird im Grundgesetz festgehalten: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ (Artikel 3, Absatz 2 GG).

1958 wird das Gesetz über die Gleichberechtigung von Mann und Frau* überarbeitet. Das hat vor allem Auswirkung auf die Rechte innerhalb der Ehe: Frauen* dürfen ohne Erlaubnis ihres Ehemannes einer Erwerbstätigkeit nachgehen und über ihr Vermögen selbst verfügen. Außerdem wird das so genannte „Letztentscheidungsrecht“ des Ehemannes in allen Eheangelegenheiten gestrichen.

1974 wurde die Gesetzeslage zum Schwangerschaftsabbruch in Westdeutschland reformiert. Nach jahrelanger Debatte und einem kontinuierlichen Kampf der Frauen*bewegung, wurde Abtreibung im Rahmen einer Fristenlösung straffrei gestellt. (Zwei Jahre später wurde die Indikationsregelung jedoch nochmals verschärft). Seit 1871 stellte der §218 Abtreibung grundsätzlich unter Strafe, zwischenzeitlich drohte betroffenen Frauen* sogar die Todesstrafe.

Der §218 besteht weiterhin, Schwangerschaftsabbrüche sind heute lediglich unter bestimmten Voraussetzungen straffrei.Die Regelung besagt, dass Frauen* eine Beratung wahrnehmen müssen und dann entscheiden können, ob sie eine Schwangerschaft abbrechen möchten oder nicht.

Seit 1997 ist Vergewaltigung in der Ehe eine Straftat. Ein erster Antrag auf Änderung des § 177 wurde schon im Jahr 1972 gestellt. Damit sich die Forderung durchsetzen konnte, waren 25 Jahre politische Debatte, gesellschaftliche Diskussion und feministischer Kampf notwendig.

2016 wurde das Sexualstrafrecht verschärft. Seitdem gilt: „Nein heißt Nein“, denn strafbar macht sich, wer „gegen den erkennbaren Willen einer anderen Person sexuelle Handlungen“ vollzieht.

Alles Zufall? Alles glückliche Fügung?

Nein. Alles erkämpft! Von uns. Von Frauen* und Feminist*innen.Frauenrechte fallen nicht vom Himmel. Frauenrechte werden erkämpft.

Und heute…?

Der Kampf um Gleichberechtigung der Geschlechter und damit verbundene Forderungen sind noch nicht beendet.

Ein Beispiel dafür ist der so genannte Gender Pay Gap: Frauen* verdienen im Durchschnitt immer noch 22% weniger als Männer. Einerseits sind Frauen* öfter in schlechter bezahlten Berufen oder in Teilzeit tätig. Andererseits beträgt der Verdienstabstand von Männern und Frauen* in vergleichbaren beruflichen Situationen immer noch 7% („bereinigterGender Pay Gap“).

Und morgen…?

Unser Ziel ist die Befreiung der Frauen*- Nicht die Gleichheit in der Ungleichheit. Wie wir setzen sich Frauen* auf der ganzen Welt mit ihrem Herzen, ihrem Verstand und ihrem Mut für emanzipatorische Veränderungen ein, stellen sich gegen das Patriarchat und die Auswirkungen neoliberaler, kapitalistischer Politik. Mit ihnen fühlen wir uns verbunden, denn unser Frauenkampftag ist international.

Samstag, 3. März 2018 // 11.00 Uhr // Kundgebung // Kiliansplatz Heilbronn

Freitag, 9. März 2018 // 19.30 Uhr // Veranstaltung „Was ist eigentlich Feminismus?“ und im Anschluss „Femi-Party“ // Soziales Zentrum Käthe

You Might Also Like