Aufruf zum 1. Mai 2017: If there is no struggle, there is no progress.

Es braucht keinen Blick in die Ferne, um die Auswirkungen des Kapitalismus zu sehen. Es reicht, wenn wir in unserer Region in die Krankenhäuser, Asylunterkünfte, Sozialbauten oder große Industriefirmen gehen. Überall sehen wir was passiert, wenn wir als Gesellschaft zulassen, dass Profite vor Bedürfnissen stehen. Die Pflege von Menschen wird privatisiert und muss Profit bringen. Es geht nicht um die Bedürfnisse der Patient*innen oder des Pflegepersonals, sondern um nackte Zahlen. Nicht anders sieht es im Heilbronner Wohnungsmarkt aus. Immer mehr Menschen können sich die immer höheren Mietpreise nicht leisten und müssen ausziehen. Die privaten Investoren interessiert das nicht. Ihnen geht es um Gewinne und Erträge für getätigte Investitionen. Noch zugespitzter zeigen sich die Widersprüche des Kapitalismus in Heilbronn bei der Unterbringung von Geflüchteten. Während Dieter Schwarz and Friends dank Steuererleichterungen ihre Vermögen immer weiter vergrößern, müssen Menschen die vor Krieg und Gewalt fliehen in Turnhallen schlafen, weil den kommunalen Kassen das Geld ausgeht. Gleichzeitig droht ihnen die Abschiebung aus einer der reichsten Regionen der Welt, ohne dass sie die Möglichkeit bekommen sich hier eine Existenz aufzubauen. Doch auch für Alteingesessene in Lohn und Brot werden die Bedingungen immer härter. Prekäre Beschäftigungsformen wie Leiharbeit, Teilzeitjobs etc. nehmen zu. Die im BWL-Sprech „Flexibilisierung der Arbeitskraft“ genannte Einteilung der Kolleg*innen in Beschäftigte erster und zweiter Klasse wird weiter ausgebaut. Jederzeit auswechselbar und meist für die gleiche Arbeit schlechter bezahlt, wird die Konkurrenz verschärft und der Druck auf Beschäftigte erhöht.

Mit Blick auf diesen grauen kapitalistischen Normalzustand wächst die Ohnmacht und die Wut. Doch die Zustände sind veränderbar! Wo sie uns vereinzeln und schwach halten wollen, schließen wir uns zusammen und organisieren uns. Der 1. Mai als internationaler Kampftag der Arbeiter*innenklasse erinnert uns Jahr für Jahr daran. Überall auf der Welt gehen Menschen an diesem Tag für die Perspektive auf ein besseres, ein solidarisches, ein freies Leben auf die Straße. In den kollektiven rebellischen Alltagskämpfen wächst der Mut und die Zuversicht: Erst überwinden wir unsere Vereinzelung und danach den Kapitalismus. Lasst uns am 1. Mai zusammen auf die Straße gehen und gemeinsam mit Millionen anderen für die Perspektive auf ein Leben nach dem Kapitalismus kämpfen!

Beteiligt euch am antikapitalistischen Block auf der 1. Mai Demonstration der Gewerkschaften in Heilbronn!
Montag, 1. Mai 2017 | 10.30 Uhr | Busbahnhof Karlstraße

Veranstaltungen:

Freitag, 21. April 2017, 20:00 Uhr: Film „Die Angst wegschmeißen“ und Soli-Cocktails
Soziales Zentrum Käthe, Wollhausstr. 49, 74072 Heilbronn

Freitag, 28. April 2017, 18:00 Uhr: Podiumsdiskussion „Entlastung jetzt! – Arbeitskämpfe in der Pflege“
Soziales Zentrum Käthe, Wollhausstr. 49, 74072 Heilbronn

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