1. Mai 2013: Die Krise hat System!

1.mai2013An der traditionellen Demonstration der Gewerkschaften zum 1. Mai 2013 in Heilbronn beteiligten sich rund 1500 Menschen. Damit war die Demo, die in der Karlstraße startete und durch die Stadt zurück zum Gewerkschaftshaus zog, außergewöhnlich gut besucht – sicherlich unter anderem auch ein Ergebnis der seit einigen Wochen laufenden Tarifauseinandersetzungen und Streiks in benachbarten Hohenloher Kliniken und Seniorenzentren.  Im Antikapitalistischen Block, für den unter dem Motto „Die Krise hat System – Kapitalismus überwinden!“ zum zweiten Mal in Folge linke Gruppen in der Stadt mobilisiert hatten, liefen über 70 Personen.

Wie bereits im letzten Jahr führten die Aktivistinnen und Aktivisten des Antikapitalistischen Blocks eine kurze aber lautstarke Spontandemo zum Auftaktort durch und reihten sich dann in den vorderen Bereich der Gewerkschaftsdemo ein.

Dort schlossen sich zahlreiche Menschen dem Block an, der mit Fahnen, Schildern, Transparenten, Megafondurchsagen und Parolen die Forderung nach einer solidarischen Gesellschaft jenseits der kapitalistischen Verwertungslogik zum Ausdruck brachte.

Insbesondere wurde auf die notwendige Solidarität mit den kämpfenden Betroffenen der Troika- Politik in (Süd-)Europa und die bevorstehenden bundesweiten „Blockupy“- Aktionen in Frankfurt am Main am 31. Mai und am 1. Juni hingewiesen.
Auf der Allee wurden aus dem Block heraus mehrere Rauchkörper gezündet.
Im Gegensatz zum letzten Jahr verzichtete die Polizei auf das provokative Mitlaufen ziviler Staatsschutzbeamte in der Demonstration.

Noch während der Abschlusskundgebung am DGB- Haus machten sich etwa 40 Menschen gemeinsam auf den Weg nach Würzburg.

Sie folgten dem Aufruf antifaschistischer Gruppen aus Heilbronn, sich einem Naziaufmarsch des „Freien Netz Süd“ in der bayrischen Stadt entschlossen entgegen zu stellen.

Obwohl NazigegnerInnen immer wieder trotz der massiven Polizeipräsenz und zum teil heftiger Polizeiangriffe versuchten, auf die Route der Faschisten zu gelangen und den Aufmarsch zu blockieren, konnten letztlich etwa 350 Nazis durch Würzburg demonstrieren.

Insgesamt standen jedoch wie auch in Berlin, Frankfurt und anderen Städten wenige hundert Nazis einigen tausend GegendemonstrantInnen gegenüber.
Es war deshalb richtig und erfolgreich, den 1. Mai für einen eigenen inhaltlichen Ausdruck zu nutzen und nicht das antifaschistische Engagement gegen rechte Aufmärsche ins Zentrum zu stellen. Am Antikapitalistischen Block beteiligten sich deutlich mehr Menschen als im letzten Jahr und die Etablierung einer kämpferischen Mobilisierung und Praxis zum 1. Mai ist in Heilbronn weiter voran gekommen, trotz des enormen Kraftaufwandes, der momentan beim Aufbau des linken Zentrums in der Wollhausstraße nötig ist.

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