Solidarität mit Rojava! – Veranstaltungsreihe vom 28. März – 28. April 2015

Solidaritaet mit Rojava VA ReiheRojava, Kobanê und der Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) durch die Volks- und Frauenverteidigungskräfte YPG und YPJ waren Ende letzten Jahres in aller Munde und in den Medien dauerhaft präsent. Spätestens seit der Befreiung der Stadt Kobanê hat die mediale Aufmerksamkeit für Rojava, die Autonomieregion in Westkurdistan und deren Kampf für eine rätedemokratische, selbstverwaltete Gesellschaft merklich abgenommen. Doch die Kämpfe gegen den IS gehen weiter, viele Gebiete sind noch nicht befreit. Die zerstörte Stadt Kobanê wird wieder aufgebaut und die Gesellschaft hält an der Idee der Selbstverwaltung durch den demokratischen Konföderalismus fest. Und auch wir sind weiterhin solidarisch mit Rojava und der kurdischen Befreiungsbewegung! Deshalb wollen wir mit der Veranstaltungsreihe „Solidarität mit Rojava!“ verschiedene Bereiche der Bewegung in Rojava beleuchten: Die Rolle der Frauen in Rojava und der kurdischen Bewegung, den Aufbau der Selbstverwaltungsstrukturen vor den Angriffen des IS und die momentane Situation im Kampf gegen den IS und für eine befreite Gesellschaft.


Vortrag: Die Rolle der Frauen in der kurdischen Bewegung

Mit der erfolgreichen Verteidigung der Stadt Kobanê und der immer noch andauernden Vertreibung des Islamischen Staates (IS) aus dem Kanton ist ein großer Sieg gelungen. Maßgeblich an dem Erfolg beteiligt sind die Frauenverteidigungskräfte YPJ. Als eigenständige und unabhängige Einheit sind sie der militärische Ausdruck dessen, was ein zentrales Element des Widerstandes in Rojava darstellt – die Befreiung der Frau. Mit einer durchgehend paritätischen Besetzung von Organisationen und Organen in Rojava und einem System des Ko-Vorsitzes, welches immer eine Doppelbesetzung von Mann und Frau für alle Ämter vorsieht, ist in Mitten des syrischen Bürgerkrieges eine Perspektive entstanden, welche für Frauen auf der ganzen Welt als Beispiel dient. Neben der YPJ gibt es weitere Strukturen von Frauen, wie z.B. eine Akademie für die Bildung der Frau. Anders als es häufig in den Medien dargestellt wird, ist die Organisierung der Frauen in Rojava nicht plötzlich und spontan entstanden, sondern hat eine über 20-jährige Tradition, die in den Bergen Kurdistans ihren Anfang genommen hat. „Für uns kann es ohne die freie Frau kein freies Kurdistan geben“, verdeutlicht der PKK-Vorsitzende Abdullah Öcalan die Bedeutung, welche sich die kurdischen Frauen innerhalb der Bewegung erkämpft haben.

Das „Kurdische Frauenbüro für Frieden CENÎ e.V.“ wurde im Mai 1998 von in Europa lebenden kurdischen und türkischen Frauen mit dem Ziel gegründet, die internationale Solidarität von Frauen für Friedensprozesse in der Türkei und Kurdistan, im mittleren Osten und weltweit zu stärken. Mit ihrem Friedensengagement richten sie sich nicht nur gegen Kriege und jede Form von Unterdrückung. Vielmehr ist der Einsatz für eine freie und ökologische Gesellschaft, die auf sozialer Gerechtigkeit beruht und eine Alternative zum patriarchalen Herrschaftssystem darstellt, ein wesentlicher Bestandteil ihrer Friedensarbeit.

Filmvorführung: „The Silent Revolution“

Nach dem Ausbruch des syrischen Konflikts 2011 gingen die Kurd_innen in Rojava einen dritten Weg, unabhängig von Assad-Regime, syrischem Nationalrat und der Freien Syrischen Armee (FSA). Die Kurd_innen begannen eine politische, soziale und kulturelle Erneuerung von historischer Bedeutung, die besonders mit dem Aufbau eigener Selbstverwaltungsstrukturen unter dem Begriff „Demokratische Autonomie“ ab 2012 in der Öffentlichkeit bekannt wurde. Der Film versucht einen Einblick in das Alltagsleben Rojavas zu geben, indem vier unterschiedliche Personen begleitet werden.

Vortrag und Reisebericht aus Rojava

Internationale Solidarität erfährt die Gesellschaft Rojavas nicht nur durch Demonstrationen, Veranstaltungen und Spendenkampagnen, sondern auch durch Menschen, die sich dem Kampf gegen den IS anschließen oder als Reporter_innen Rojava besuchen, um auf der ganzen Welt darüber zu berichten. Aus mehreren europäischen Ländern sind Internationalist_innen vor Ort, um die Autonomieregion zu verteidigen und beim Wiederaufbau zu helfen. Auch aus Baden-Württemberg waren Menschen in den kurdischen Gebieten, um sich ein eigenes Bild von der aktuellen Situation zu machen. Ein Aktivist der vor Ort war, wird uns in einem Reisebericht über die Fortschritte in Rojava und dem Kampf gegen den IS berichten. Auch ein deutscher Vertreter der größten kurdischen Partei in Rojava, PYD, wird anwesend sein und einen Überblick über die politischen Entwicklungen in der Region geben.

28. März 17.00 Uhr, Vortrag – Die Rolle der Frauen in der kurdischen Bewegung
Kurdisches Gemeinschaftszentrum, Kolpingstr. 120, 74081 Heilbronn

17. April 20.00 Uhr, Filmvorführung „The Silent Revolution“
Soziales Zentrum Käthe, Wollhausstr. 49, 74072 Heilbronn

28. April 19.00 Uhr, Vortrag und Reisebericht aus Rojava
Gewerkschaftshaus Heilbronn, Gartenstr. 64, 74072 Heilbronn

Unterstützende Gruppen:

Alevitisches Kulturzentrum Heilbronn
Die LINKE – Kreisverband Heilbronn
Kurdisches Gemeinschaftszentrum Heilbronn
Organisierte Linke Heilbronn (OL)
ver.di-Jugend Heilbronn-Neckar-Franken

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