Kein Schlussstrich! 4 Jahre NSU-Prozess

Das „Bündnis gegen Naziterror und Rassismus“ ruft  zu einer Demonstration und Kundgebung zu Beginn der Urteilsverkündung im NSU-Prozess in München. Wir unterstützen den Aufruf und werden uns am Tag X an den Aktionen und der Demonstration in München beteiligen. Nähere Informationen zur Anreise werden folgen.

Am 6. Mai 2013 begann vor dem Oberlandesgericht München der Prozess gegen Beate Zschäpe, André Eminger, Holger Gerlach, Ralf Wohlleben und Carsten Sch. Voraussichtlich im Sommer 2017 wird der Prozess nach etwa 400 Verhandlungstagen zu Ende gehen. Unabhängig davon, welchen Ausgang der Prozess nimmt: Für uns bleiben mehr Fragen als Antworten. Wir werden daher zum Prozessende zusammen auf die Straße gehen. Denn wir werden den NSU nicht zu den Akten legen.

Wir wollen wissen, wer für die Mordserie, die Anschläge und den Terror verantwortlich ist. Die Beschränkung der Bundesanwaltschaft auf das Trio Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe und ihr nächstes Umfeld ignoriert den Netzwerkcharakter des „Nationalsozialistischen Untergrunds“. Der NSU war keine isolierte Zelle aus drei Personen, der NSU war auch mehr als die fünf Angeklagten vor dem Oberlandesgericht. Nicht zuletzt die Arbeit der Nebenklage hat diese Grundannahme längst widerlegt. Ohne militante Nazi-Strukturen wie Blood and Honour, lokale Kameradschaften oder etwa den Thüringer Heimatschutz um V-Mann Tino Brandt und Ralf Wohlleben, wäre der NSU wohl schwer möglich gewesen. Die Aufklärung im Rahmen des Prozesses wurde jedoch konsequent unterbunden, auch durch die eng geführte Anklageschrift der Bundesanwaltschaft und die Weigerung, der Nebenklage komplette Akteneinsicht zu gewähren.

Es geht uns um die Entschädigung der Betroffenen, Überlebenden und Hinterbliebenen sowie die Würdigung ihrer Perspektive in der Debatte. Es war gerade auch das Umfeld der Mordopfer, das früh darauf bestand, eine rassistische Motivation für die Taten in die Ermittlungen einzubeziehen. Etwa auf den Schweigemärschen in Kassel und Dortmund, die unter dem Motto „Kein 10. Opfer!“ die Aufklärung der Mordserie forderten. Stattdessen richteten sich die Untersuchungen vornehmlich gegen das Umfeld der Opfer und Betroffenen. Immer wieder gerieten auch Hinterbliebene der Ermordeten ins Visier der Behörden. Aus der deutschen Mehrheitsgesellschaft konnten sie keine große Anteilnahme erwarten: als Menschen mit Migrationsgeschichte durften sie nicht einfach Opfer sein – etwas potentiell Kriminelles, irgendwie Gefährliches musste doch an ihnen haften. Dies zog sich wie ein roter Faden durch die Ermittlungen, sowohl bei den „Česká-Morden“ als auch bei den Anschlägen des NSU, etwa auf die Kölner Keupstraße, und das obwohl zum damaligen Zeitpunkt keinerlei Verbindung zwischen den Taten zu bestehen schien. Doch es gab diese Verbindung: die Ermordeten, die Verletzten, die Attackierten waren durch ihre Migrationsbiografie ins Visier des rassistischen Terrors geraten. Und es waren rassistische Ressentiments bei Polizei und Sicherheitsbehörden, welche die Ermittlungen in die Irre führten, es waren rassistische Klischees, die Presseberichterstattung und Öffentlichkeit dazu brachten, die fantastischen Erzählungen von mafiösen und kriminellen Verstrickungen der Betroffenen zu verbreiten.

Wir müssen über Rassismus reden. Rassismus ist ein gesellschaftliches Problem. Und das gilt wortwörtlich: Diese Gesellschaft hat ein Rassismusproblem, und zwar ein gewaltiges. Rassismus wird dabei fälschlicherweise oft nur bei klassischen Neonazis verortet. Ebenso findet sich Rassismus auch jenseits der sogenannten neuen Rechten, die sich hinter den Bannern von AfD, Pegida und Konsorten versammeln. Rassismus findet sich in Ämter- und Behördenpraxis, Polizeiarbeit, der Art wie gesellschaftliche Ressourcen und Teilhabe verteilt werden. Rassismus findet sich in marktschreierischen Wahlkampfauftritten wie auch in subtil und vornehm formulierten Leitartikeln. Rassismus zieht sich durch die ganze Gesellschaft: Weil die Gesellschaft, wie sie derzeit eingerichtet ist, Hierarchie, Ausbeutung und Ausgrenzung zwingend hervorbringt und legitimieren muss. Weil eine von Herrschaft durchzogene Gesellschaft, in der Ressourcen und Positionen ungleich verteilt und umkämpft sind, nicht allein durch den Bezug auf eine angebliche gemeinsame „Kultur“ zusammengehalten werden kann, sondern die Abwertung anderer „Kulturen“ benötigt. Weil die „eigene“ Identität stabilisiert wird, indem negative Elemente auf die Projektion der „Anderen“ abgewälzt werden.

Wir fordern die Abschaffung des Verfassungsschutzes. Der Verfassungsschutz wusste nicht zu wenig, sondern zu viel. Das wurde bereits in den ersten Wochen nach der Selbstenttarnung des NSU deutlich. Doch während Image und Legitimität des Inlandsgeheimdienstes zumindest zwischenzeitlich Schaden nahmen und und viele Stimmen bis weit ins bürgerliche Lager seine Abschaffung forderten, ging er letztlich doch unbeschadet aus der Affäre und steht mittlerweile wahrscheinlich sogar besser da als zuvor. Er konnte nicht nur seine gesellschaftliche Reputation wiederherstellen, sondern sogar seine Befugnisse ausweiten. Für uns ist die Sache jedoch nicht erledigt: Für uns bleiben Fragen: Fragen bezüglich der wiederholten, planmäßigen Vernichtung relevanter Akten; Fragen zur Rolle des Verfassungsschützers Andreas Temme, der sich im Internetcafé Halit Yozgats aufhielt, als dieser ermordet wurde, und angeblich nichts bemerkt haben will; Fragen zu V-Mann Piatto, der schon 1998 wichtige Hinweise über die untergetauchten Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe weitergab; Fragen zu Ralf Marschner, der als V-Mann Primus im Kontakt mit den Untergetauchten gestanden haben soll. Die Liste ließe sich lange fortsetzen. Im Kampf gegen rechte Strukturen schließen wir uns nicht den wiederkehrenden Rufen an, der Verfassungsschutz solle künftig bitte auch diese oder jene rechte Gruppe beobachten. Nazis sind auch ohne Gelder, Aufbauarbeit und logistische Unterstützung des Geheimdienstes gefährlich genug. Mindestens diese Lehre sollte aus dem NSU gezogen werden.

Wir wehren uns gegen rassistische Stimmungsmache und Gewalt. Der NSU war nicht die erste Neonazi-Terrororganisation und es sieht auch nicht so aus, als sei er die letzte gewesen. In den letzten Monaten laufen und liefen mehrere Prozesse gegen Zusammenschlüsse wie die „Oldschool Society“ oder die „Gruppe Freital“. Daneben häufen sich die Meldungen von immer neuen Waffenfunden bei rechten Strukturen, immer neue gewaltbereite rechte Organisierungsansätze sprießen regelrecht aus dem Boden. Die Zahl der Brandanschläge und rassistischen Übergriffe ist in den letzten Jahren gravierend angestiegen. Und während sich der nette Herr von nebenan im Internet mit „Migrantenschreck“ genannten Schusswaffen eindeckt, legen die Entscheidungsträger_innen mit dem Abbau des Asylrechts und neuen Integrationsgesetzen vor, setzen Ausländerbehörde und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge auf Abschreckung, werden Sammelabschiebungen auf den Weg geschickt und Abschiebelager hochgezogen.

Nach vier Jahren lässt sich ein frustrierendes Fazit ziehen. Noch immer wird rechte Gewalt verharmlost, noch immer darf sich der Verfassungsschutz als Beschützer inszenieren, noch immer hat diese Gesellschaft Rassismus nicht überwunden, noch immer ist es nötig auf den institutionellen Rassismus in Deutschland hinzuweisen, wie das erst jüngst die UN und Nichtregierungsorganisationen getan haben und wie es Selbstorganisierungen von Betroffenen nicht erst seit gestern tun. Es wurden von Seiten der Mehrheitsgesellschaft keine erkennbaren Lehren aus dem NSU gezogen. Höchste Zeit also, dass sich das ändert. Initiativen wie „Keupstraße ist überall“ oder das „NSU-Tribunal“ und die zahlreichen Vereinigungen die lokal im Zusammenhang mit der Aufarbeitung des NSU zusammen kamen, haben vorgemacht wie es geht.

Am Tag der Urteilsverkündung wollen wir mit euch auf die Straße gehen. Denn für uns bedeutet das Ende des Prozesses nicht das Ende der Auseinandersetzung mit dem NSU und der Gesellschaft, die ihn möglich machte:

Kein Schlussstrich! – NSU-Komplex aufklären und auflösen!

Verfassungsschutz auflösen – V- Leute abschaffen!

Dem aktuellen rassistischen Terror gegen Flüchtlinge und MigrantInnen entgegentreten!

Rassismus in Behörden und Gesellschaft bekämpfen!

Mehr Informationen findet ihr unter www.nsuprozess.net

Poetry Slam und Tanz-Demo gegen AfD-Veranstaltung

Am 17. September 2017 tauschen wir unsere Trillerpfeifen gegen ein Mikrofon, unsere Parolen gegen wummernde Bässe. Die AfD feiert an diesem Tag ihren Wahlkampfabschluss in der Harmonie. Wir feiern die Vielfalt unserer Stadt. Das ist auch dringend notwendig, denn die AfD und andere rechte Demagogen wollen uns weismachen, wir müssten einen Kulturkampf gegeneinander führen. Sie hetzen gegen vermeintlich „Fremde“ und „unnatürliche“ Lebensformen, spalten an künstlich gezogenen Grenzen unsere Gesellschaft und verbreiten Hass. Das ist also diese deutsche “Leitkultur”, der alle zu folgen haben? Nicht mit uns! Unsere Leitkultur heißt Solidarität. Für alle und mit allen. Continue reading „Poetry Slam und Tanz-Demo gegen AfD-Veranstaltung“

Rassismus ist keine Alternative – Auf die Straße gegen die AfD!

Die Bundestagswahl rückt näher und die selbsternannte Alternative für Deutschland (AfD) geht in die Vollen. Rund 1,1 Millionen Euro wollen die Rechten für ihren Wahlkampf in Baden-Württemberg ausgeben.
Nachdem die Partei bei der Landtagswahl über 15 Prozent der Stimmen erreichte, erhofft sie sich jetzt für den Sprung ins Berliner Parlament zahlreiche Wählerinnen und Wähler aus dem „Ländle“. Auch in Heilbronn rührt die AfD kräftig die Werbetrommeln. Continue reading „Rassismus ist keine Alternative – Auf die Straße gegen die AfD!“

Internationales Fest gegen die AfD in Weinsberg

Der Wahlkampf der AfD nimmt Fahrt auf. Dabei bleibt auch Weinsberg von den Auftritten der Rechtsaußen-Partei nicht verschont. Am Mittwoch, den 19. Juli 2017 kommen mit dem Bundesvorsitzenden der „Jungen Alternative“ (JA), Markus Frohnmaier, und dem ehemaligen stellvertretenden Chefredakteur der „Bild am Sonntag“, Nicolaus Fest, zwei bekannte rechte Hardliner der Partei in die Stadt am Fuße der Burg Weibertreu. Continue reading „Internationales Fest gegen die AfD in Weinsberg“

Podiumsdiskussion: Kein Ende in Sicht? Der NSU-Terror und die Grenzen der Aufklärung

Seit über vier Jahren wird vor dem Münchner Oberlandesgericht gegen Beate Zschäpe und mehrere Helfer und Unterstützer der rechtsextremen Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) verhandelt. Im Zentrum steht eine beispiellose Mordserie: neun Menschen mit Migrationshintergrund und eine junge Polizistin fielen den Neonazis zwischen 2000 und 2007 zum Opfer. Hinzu kommen mindestens drei rassistisch motivierte Bombenanschläge und 15 Raubüberfälle.

Nach mehr als 360 Verhandlungstagen neigt sich der Mammutprozess in München nun dem Ende zu. Das Urteil wird in den kommenden Monaten erwartet. Continue reading „Podiumsdiskussion: Kein Ende in Sicht? Der NSU-Terror und die Grenzen der Aufklärung“

#NoTddZ- Mit dem Bus nach Karlsruhe!

Gemeinsam mit unseren Bündnispartner*innen des „Netzwerk gegen Rechts Heilbronn“(NgR) mobilisieren wir nach Karlsruhe zu den Protesten gegen den faschistischen Aufmarsch „Tag der deutschen Zukunft“(TddZ).

Am Samstag, den 3. Juni 2017 wollen hunderte Nazis aus dem gesamten Bundesgebiet durch Karlsruhe-Durlach marschieren. Sie folgen dem Aufruf der Neonazipartei „Die Rechte“, die zum sogenannten „Tag der deutschen Zukunft“ (TddZ) mobilisiert. Bereits seit 2009 findet dieser Großaufmarsch in wechselnden Städten statt und lockte im vergangenen Jahr rund 900 Neonazis nach Dortmund. Continue reading „#NoTddZ- Mit dem Bus nach Karlsruhe!“

Bericht:First of may- 1.Mai 2017 in Heilbronn

Mehr als 1000 Menschen beteiligten sich am 1.Mai 2017 an der traditionellen Gewerkschaftsdemo durch die Heilbronner Innenstadt. Eine bunte Mischung aus etwa 120 Pflegeaktivist*innen, Internationalist*innen, Antikapitalist*innen, linken Gewerkschafter*innen und Refugees bildete gemeinsam den kämpferischen Bereich in unserem antikapitalistischen Block. Auf Schildern und durch lautstarke Parolen wurde deutlich, dass am 1. Mai unsere Alltagskämpfe gegen den grauen kapitalistischen Normalzustand zusammen kommen. Auf der Allee stieg aus dem zeitweise getragenen Top-Transparent bunter Rauch auf und auf. Continue reading „Bericht:First of may- 1.Mai 2017 in Heilbronn“

Aufruf zum 1. Mai 2017: If there is no struggle, there is no progress.

Es braucht keinen Blick in die Ferne, um die Auswirkungen des Kapitalismus zu sehen. Es reicht, wenn wir in unserer Region in die Krankenhäuser, Asylunterkünfte, Sozialbauten oder große Industriefirmen gehen. Überall sehen wir was passiert, wenn wir als Gesellschaft zulassen, dass Profite vor Bedürfnissen stehen. Die Pflege von Menschen wird privatisiert und muss Profit bringen. Es geht nicht um die Bedürfnisse der Patient*innen oder des Pflegepersonals, sondern um nackte Zahlen. Nicht anders sieht es im Heilbronner Wohnungsmarkt aus. Immer mehr Menschen können sich die immer höheren Mietpreise nicht leisten und müssen ausziehen. Die privaten Investoren interessiert das nicht. Ihnen geht es um Gewinne und Erträge für getätigte Investitionen. Noch zugespitzter zeigen sich die Widersprüche des Kapitalismus in Heilbronn bei der Unterbringung von Geflüchteten. Während Dieter Schwarz and Friends dank Steuererleichterungen ihre Vermögen immer weiter vergrößern, müssen Menschen die vor Krieg Continue reading „Aufruf zum 1. Mai 2017: If there is no struggle, there is no progress.“

Solidarität statt Hetze – AfD-Parteitag in Köln blockieren!

Am 22. und 23. April 2017 will die AfD ihren Bundesparteitag im Kölner Hotel Maritim abhalten. Aus Heilbronn wird es eine gemeinsame Anreise zu den antifaschistíschen Gegenaktivitäten geben. Der Ort ist nicht zufällig gewählt: Köln ist spätestens seit den sexualisierten Übergriffen an Silvester 2015/16 und deren rassistischer Deutung zum beliebten Schauplatz für völkische Mobilisierungen geworden. Die AfD bietet sich nun, nach dem Scheitern der Pro-Parteien, als politische Klammer für Mob und Elite an – Maritim-Hotels waren bereits in mehreren Städten bewährte Gastgeber der AfD. Dagegen stellt sich seit Anfang des Jahres auf Initiative des Bündnisses „Köln gegen Rechts“ eine große Kampagne auf: Continue reading „Solidarität statt Hetze – AfD-Parteitag in Köln blockieren!“

Heilbronner Podium zu Strategien gegen AfD und neue Rechte

Am 29. März 2017 fand im Deutschhofkeller die Podiumsdiskussion des Netzwerks gegen Rechts (NgR) zum Thema „Was tun gegen AfD und Co.?“ statt.
Vier Vertreter*Innen von DIE LINKE, SPD Baden-Württemberg, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Baden-Württemberg und der Interventionistischen Linken (IL) waren bei uns in Heilbronn zu Gast und diskutierten über einen möglichen Umgang mit dem Erfolg der Rechten. Mit mehr als 90 Menschen war die Veranstaltung sehr gut besucht. Für die IL stellte Hannah Eberle klar, dass es mit kurzfristigen Strategien gegen Rechts oder parlamentarischer Mitgestaltung nicht getan ist. Continue reading „Heilbronner Podium zu Strategien gegen AfD und neue Rechte“

Podiumsdiskussion: Die neuen Rechten auf dem Vormarsch – Was tun gegen AfD und Co?

Seit dem Einzug der AfD in den Landtag vor einem Jahr ist klar: die selbsternannte Alternative für Deutschland hat sich auch in Baden-Württemberg etabliert. Wo Stimmen nach der Spaltung 2015 noch mutmaßten, die Partei würde sich selbst zerlegen, herrscht heute Ratlosigkeit angesichts ihrer Erfolge.

Ungeniert spielen die neuen Rechten mit Ängsten, Ressentiments und völkischen Gedanken. Sie machen Stimmung gegen Flüchtlinge und setzen auf einen wertkonservativen Rollback gegen feministische Errungenschaften. Bei einem Teil der Bevölkerung kann die AfD damit weiter punkten. Ein zweistelliger Einzug in den Bundestag im September dieses Jahres scheint der Partei sicher. Continue reading „Podiumsdiskussion: Die neuen Rechten auf dem Vormarsch – Was tun gegen AfD und Co?“

Landesweite Aktionskonferenz Solidarity 4 all

Am 28. Januar 2017 findet in Karlsruhe die Aktionskonferenz Solidarity 4 all statt. Zusammen mit Getup! Heilbronn treffen wir uns um 8.25 Uhr am Hauptbahnhof Heilbronn, um gemeinsam zur Konferenz zu fahren. Im Folgenden dokumentieren wir den Aufruf zur Konferenz:

Für viele Menschen stellt sich die Überlebensfrage so elementar, dass ihnen kein anderer Ausweg bleibt, als ihr Herkunftsland zu verlassen. Sie suchen Schutz vor politischer Verfolgung, Kriegen und massiver Diskriminierung. Wieder andere werden aufgrund ökologischer Krisen ihrer Lebensgrundlagen beraubt oder werden arbeits- und perspektivlos anhand katastrophaler ökonomischer Entwicklung durch die desaströse Einmischung der westlichen Industrieländer. Continue reading „Landesweite Aktionskonferenz Solidarity 4 all“

Extrem rechte Aktivitäten in der Region Heilbronn 2016

Auch für das Jahr 2016 haben wir wieder gemeinsam mit unseren Bündnispartner*innen des „Netzwerk gegen Rechts Heilbronn“ (NgR) eine Chronik extrem rechter Aktivitäten in der Region Heilbronn veröffentlicht.

Das in Deutschland und vielen europäischen Ländern zu beobachtende Hoch rassistischer Stimmungen und die Etablierung (neu-) rechter Kräfte haben sich im Jahr 2016 auch lokal niedergeschlagen. Während „traditionelle“ Kräfte wie die NPD kaum noch öffentlich wahrgenommen wurden, machten die AfD Continue reading „Extrem rechte Aktivitäten in der Region Heilbronn 2016“

Kein Platz für geistige Brandstifter in Öhringen!

oehringen-dezember-2016Nach dem Brandanschlag auf die geplante Unterkunft für Geflüchtete in Pfedelbach in der Nacht auf den 17. November 2016, gehen die rassistischen Mobilisierungen von „Hohenlohe wacht auf“ weiter.
Mit ihrer unverhohlenen Hetze gegen Geflüchtete und ihre Unterstützer*innen mobilisieren sie bereits seit über einem Jahr Gleichgesinnte in die Öhringer Innenstadt. Während die Unterkunft in der Kirchgasse in Pfedelbach vollständig zerstört wurde und die Menschen verunsichert sind, schüren sie weiter Ängste gegen Menschen, die vor Krieg, Hunger und Armut fliehen müssen. Continue reading „Kein Platz für geistige Brandstifter in Öhringen!“

150 Menschen setzen Zeichen gegen Rassisten in Öhringen

1Am 19. November 2016 folgten über 150 Menschen dem Aufruf des „Netzwerks gegen Rechts Heilbronn“(NgR) und waren in Öhringen gegen geistige Brandstifter auf der Straße. Der Grund hierfür war der in der Nacht auf den 17. November 2016 begangene Brandanschlag auf eine zukünftige Flüchtlingsunterkunft in Pfedelbach. Mit dem Aufruf und der Kundgebung wurde deutlich gemacht, dass die Ursache für brennende Häuser Rassismus ist. Selbst eine immer kleiner werdende rassistische Kundgebung, wie die von „Hohenlohe wacht auf“, stellt eine Gefahr dar und bereitet den Nährboden für Angriffe auf Geflüchtete. Continue reading „150 Menschen setzen Zeichen gegen Rassisten in Öhringen“

Erfolgreiches drittes Kicken gegen Rassismus in Heilbronn

14721505_640093226152534_3508975888362389804_nAm Samstag, den 24. September 2016 fand auf der Sportanlage Oststraße in Heilbronn zum dritten Mal das antirassistische Fußball-Turnier „Kicken gegen Rassismus“ statt. Mit über 200 Teilnehmer*innen und Besucher*innen war das Turnier, das vom „Offenen Antifaschistischen Treffen Heilbronn“ (OAT), der Gewerkschaftsjugend „junge BAU Heilbronn“, der Flüchtlingsinitiative „Bonvena“ und dem „Netzwerk gegen Rechts Heilbronn“(NgR) getragen wurde, erneut ein voller Erfolg. Continue reading „Erfolgreiches drittes Kicken gegen Rassismus in Heilbronn“

Aktion: Solidarity 4 ALL // Heilbronn // Gegen jede Form von Rassismus und Ausgrenzung!

Wir sind in der Nacht vom 28. auf den 29. September losgezogen, um die Freunde der Zäune und Abschiebungen auszugrenzen. Unsere kleine Tour durch die Heilbronner Innenstadt führte zum neuen AfD Bürgerbüro in der Allee 57 und zur Ausländerbehörde im Heilbronner Rathaus. Continue reading „Aktion: Solidarity 4 ALL // Heilbronn // Gegen jede Form von Rassismus und Ausgrenzung!“

Solidarity 4 ALL – Gegen jede Form von Rassismus und Ausgrenzung!

solidarity4allhdGemeinsam mit zahlreichen Gruppen und Einzelpersonen aus verschiedenen Städten in Baden-Württemberg rufen wir zu einer landesweiten Demonstration am 1. Oktober nach Heidelberg gegen das sogenannte Aufnahme- und Registrierungszentrum und die Asylrechtsverschärfungen auf. Informationen und Hintergründe zu der Demonstration in Heidelberg und die Auswirkungen des „Abschiebezentrums“ für die Geflüchteten erhaltet ihr am Mittwoch, den 28. September 2016, um 19 Uhr im Sozialen Zentrum Käthe bei einer Infoveranstaltung mit Vertreter*innen des AntiRa-Netzwerkes Baden-Württemberg. Am Samstag, den 1. Oktober treffen wir uns um 12:00 Uhr am Heilbronner Hauptbahnhof und fahren dann gemeinsam nach Heidelberg. Continue reading „Solidarity 4 ALL – Gegen jede Form von Rassismus und Ausgrenzung!“

Grenzenlos Feministisch-Solidarisch-Antikapitalistisch in Berlin – ein Kurzbericht

block1Gemeinsam mit vielen anderen Genoss*innen aus unterschiedlichen Städten haben wir uns am vergangenen Wochenende auf den Weg nach Berlin gemacht. Wir beteiligten uns an den Protestaktionen von Blockupy, dem „Grenzenlos Feministisch – Grenzenzlos Solidarisch – Grenzenlos Antikapitalistisch“ Block auf der Demonstration des „Aufstehen gegen Rassismus“ Bündnisses und dem zweiten Treffen der „Welcome 2 stay“ Vernetzung. Unsere Eindrücke und eine kleine Einschätzung möchten wir gerne mit euch teilen. Continue reading „Grenzenlos Feministisch-Solidarisch-Antikapitalistisch in Berlin – ein Kurzbericht“

Ultraeuropäisch, grenzenlos und für alle! Seien wir unmöglich, versuchen wir das Realistische

Versuchen wir das RealistischeDas alte Europa kommt seit dem Ausbruch der Krise im Jahr 2007 nicht zur Ruhe. Spitzte sich die Krise bis letztes Jahr noch anhand der brutalen Sparpolitik zu, die in vielen Ländern der südlichen Peripherie brutal durchexerziert wurde, vervielfachen sich die Herausforderungen durch den Summer of Migration und die reaktionären Tendenzen innerhalb Europas für die Herrschenden und damit auch für uns. Continue reading „Ultraeuropäisch, grenzenlos und für alle! Seien wir unmöglich, versuchen wir das Realistische“

3. Kicken gegen Rassismus Heilbronn

Kicken gegen Rassismus 2016Dieses Jahr findet am Samstag, den 24. September 2016, bereits zum dritten Mal das „Kicken gegen Rassismus“ (KgR) in Heilbronn statt.

Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Pogromstimmung gegen Geflüchtete in ganz Europa; was sich in den letzten Jahren angedeutet hat, ist mittlerweile bittere Realität.Täglich gibt es neue Meldungen über brennende Flüchtlingsheime, Attacken auf Geflüchtete oder Schießbefehle an Grenzen. Angeheitzt durch rassistische Meinungsmache von Parteien wie der AfD oder Initiativen von als Continue reading „3. Kicken gegen Rassismus Heilbronn“